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Gegen Antisemitismus und Islamismus

gegen die Übernahme von russischen Narrativen in der deutschen Öffentlichkeit

gegen die Übernahme von Hamas-Narrativen in der deutschen Öffentlichkeit

Untenstehend finden Sie einen Link zur Open Access Version unseres Buches

"Diskursverantwortung in Krisen und Kriegszeiten", der Dokumentation des Bad Kissinger Symposions des Hans Jonas-Zentrums im Juni 2022, das sich intensiv mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine auseinandersetzte.

Bitte beachten Sie besonders die Beiträge meines ukrainischen Freundes Anatoliy Yermolenko "Declaration des Skovoroda Instituts für Philosophie der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine" (S. 52-53), "Mitverantwortung der Intellektuellen im Krieg Russlands gegen die Ukraine" (S. 54-60),  "Widerstand statt Verhandlung. Antwort auf Habermas" (S. 83-88) und "Die Opfer des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine" (S. 172-173) sowie den Aufsatz von Lena Kornyeyeva "Wert, Macht und Faszination der Gewalt" (S. 89-106). 

Dietrich Böhler
Persönlicher Nachruf auf Professor Joachim Perels (1942-2026)

 

Es gibt wohl nur wenige Menschen, sehr wenige, die all das in sich verbinden und ausstrahlen: Gerechtigkeit, Güte, Vernunfteinsicht, Nächstenliebe, Verantwortungsbereitschaft und Zivilcourage.

Ich war so glücklich, einen zum Freund zu haben, der all dies in wachsendem Maße verkörperte. Ich begegnete ihm als Schüler, der in der Kalten-Kriegs-Zeit entsetzt über das regierungsamtlich geförderte Klima des antikommunistischen Verdachts war. Strangulierte es doch die freie, kritische Kommunikation, von der eine offene Bürgergesellschaft lebt und auf die unser atompazifistisches Engagement angewiesen war. In dieser klammen Atmosphäre, welche das Duckmäusertum belohnte, stand Joachim Perels wie ein rocher de bronze, von dem lauter Zivilcourage ausstrahlte.

Einander erblicken und sich zusammenschließen war eines: So brauchte ich in Tübingen 1963 einen Nachfolger als Öffentlichkeitsreferent der Evangelischen Studentengemeinde. Und wer war dafür besser geeignet als der so gescheite wie engagierte Linksprotestant Joachim Perels? Mir schon aus gemeinsamem Engagement bekannt, zudem aus evangelischem Verantwortungsadel stammend, Sohn des Widerstandskämpfers Friedrich Justus Perels, der Vernunft mit Nächstenliebe und „Bürgermut“ (Gustav Heinemann) verband, war mein Freund Pepi die ideale Wahl. Nicht nur, daß er meine Erwartungen übertraf und ich von seiner Ruhe, Klarheit und Entschlossenheit lernen konnte, wurde er mir schnell zum politisch-ethisch und persönlich unentbehrlichen Freund. Der blieb er, bis sein Tod uns jetzt trennte.

Als gläubiger Christ, der er war, und Freund der jüdischen Bibel, des „Alten Testaments“, hat er jedoch eine aufmunternde und aufrufende Botschaft par excellence. Sie ist der Kernsatz des „prophetischen Katechismus“, den der „kleine“ Prophet Micha überliefert (Kapitel 6, Vers 8): „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: Recht tun, Güte üben und einsichtig wandeln mit deinem Gott.“ (Luther und die Tradition übersetzen in Unkenntnis des genauen Hintergrundes, nämlich der Weisheitssprache, den dort verwendeten kognitiven Ausdruck mit „demütig“, was ich hier korrigiert habe.)

Lieber Joachim, lieber Pepi, ich danke dir und denk an dich.

Links zu empfehlenswerten Homepages, Artikeln und Videos

Zur Rede des Historikers Michael Wolffsohns anläßlich der Gedenkstunde zu den Novemberpogromen 1938 vor dem Berliner Abgeordnetenhaus  am 16. November 2023

Zur Homepage Michael Wolffsohns, auf der viele sehr lesenswerte Artikel und Stellungnahmen zum deutschen Antisemitismus, zum Gaza-Krieg und anderen wichtigen Themen sowie Links zu seinen Büchern zu finden sind

Ein ausgezeichneter politisch aktueller Artikel von Constantin Schreiber zum Schweigen vieler Medien und Aktivisten in Sachen Iran:

"Moral auf Abruf - warum sie bei Gaza schreien und beim Iran schweigen

Im Iran werden Jugendliche verhaftet, gefoltert und hingerichtet, weil sie tanzen, demonstrieren oder ihre Haare zeigen. Doch in Berlin, Paris, London und Brüssel schweigen viele dazu. Auffällig ist vor allem das Verhalten vieler linker Bewegungen." ...

Hier folgen Links zu einigen Artikeln in der Wochenzeitung Jüdische Allgemeine, die mich  besonders beeindruckt haben. Die Lektüre dieser Zeitung ist zur Zeit ein Antidot gegen die oft sehr einseitige Berichterstattung deutscher Medien...

Dietrich Böhler

Im Gedenken an Micha Brumlik

Für Hauke

 

Der Denker, Menschenfreund und Wahrheitsstreiter Micha Brumlik, geboren am 4. November 1947 in Davos, seit 2013 als Publizist, Diskurspartner und Buchautor in Berlin tätig, ist am 10. November 2025 dort verstorben.

So lebendig und geistesgegenwärtig, gebildet und engagiert wie kaum einer, war er eine kräftige, klare und entschiedene Stimme in der öffentlichen Diskussion, geistesgeschichtlich, wissenschaftlich und politisch-ethisch. Er war ein unbedingt zuverlässiger und hilfsbereiter Freund, ein anregender und origineller Diskurspartner. Ein freundlicher und beharrlicher Aufklärer, Liebhaber der hebräischen Bibel und kritischer Freund des Christentums, engagiert auf dem Evangelischen Kirchentag, wo er die Arbeitsgruppe „jüdisch & christlich“ gegründet und geleitet hat.

Meist sah man ihn nicht allein, sondern als Freund, zumal in Begleitung von Hauke Brunkhorst; der Nordholsteiner und der jüdische Frankfurter waren ein unzertrennliches Paar, munter und weithorizontig engagiert in den Streitfragen unserer Zeit, motiviert und orientiert von den großen Geistern der Kritischen Theorie, dem dialogischen Geist Martin Bubers, wohl auch vom Blochschen Geist der Utopie bzw. des „Prinzips Hoffnung“, so aber, daß auch Hans Jonas’ „Gottesbegriff nach Auschwitz“ und sein „Prinzip Verantwortung“ gleich mitanwesend waren.

Das Gespräch mit Micha war so angenehm wie anregend, auch im Dissens nie eigentlich belehrend oder von oben, streitbar, aber unter Gleichen, unter Freunden, die sich durchaus in die Haare kriegen und laut werden konnten. Lebendig und warm war es mit ihm. Hauke Brunkhorst kann davon viel besser erzählen.

Lieber Micha, ohne Dich wird es kalt hier und leer. Du fehlst uns. Aber wir lesen und er-innern Dich.

Dein Vermächtnis? Deine Schriften und in dieser furchtbarerweise wieder antisemitisch aufgeheizten Zeit Deine späte Schrift: „Antisemitismus. 100 Seiten“, Ditzingen/Stuttgart 2020 bei Reclam.

Ich bin einer von vielen, denen „Kilmurb“, wie er sich schreiben konnte, ein helles, gutes Licht war und der ihm in Dankbarkeit verbunden bleibt.

Kennengelernt habe ich Micha Brumlik, als er zusammen mit Hauke Brunkhorst das von Wolfgang Kuhlmann initiierte und dann als stw-Band 752 unter demselben Titel veröffentlichte Bad Homburger Symposion „Zerstörung des moralischen Selbstbewußtseins: Chance oder Gefährdung?“ im Sommer 1987 besuchte. Vgl. auch meine Bezüge auf ihn und Hauke Brunkhorst in meinem Beitrag zu diesem Band, S. 207, 215 und 216.

Impressum:

​

Prof. Dr. Dietrich Böhler

Pfalzstr. 11

97688 Bad Kissingen

+49 (0) 1781481827

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